Mein Beratungskonzept
Meine Arbeitsweise im Detail
Wenn du genau wissen willst wie ich arbeite und wie miene Methoden sind, dann kannst du das hier im Detail einsehen.

Über mich
Meine Entwicklung zur Supervisorin, Coach und Mediatorin hat sich über die letzten 28 Jahre hinweg gestaltet. In dieser Zeit war ich als Pflegefachfrau, Betreuerin, diplomierte Tanz- und Bewegungsttherapeutin sowie Lerncoachin im sozialen Bereich tätig. Meine beruflichen Stationen führten mich in den Strafvollzug, die somatische und psychiatrische Pflege, Fachstellen für Frauenmigration und -handel sowie eine Mutter-Kind-Einrichtung. So unterschiedlich diese Felder waren, eines verband sie: die Begegnung mit Menschen und ihre individuellen Lebensgeschichten. Es waren genau diese Begegnungen, die mich über die Jahre hinweg motivierten und bis heute faszinieren. Sie führten mich schlussendlich in die Beratung – mit dem Ziel, Menschen in ihren Entwicklungsprozessen noch umfassender begleiten zu können. Mein Antrieb liegt in der Überzeugung, dass Lösungen im Leben möglich sind – und dass es oft leichter fällt, sie mit Unterstützung von aussen zu entdecken.
Mein Leben zeichnet sich durch Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven aus. Ich bin viel gereist, habe oft in Wohngemeinschaften und an verschiedenen Orten in der Schweiz gewohnt. Heute lebe ich am Waldrand in Zumikon – ein Umfeld, das mir Balance in einer komplexen Welt ermöglicht. Ich bereichere meinen Alltag mit Gärtnern, Reisen, Yoga, Lesen, Wanderungen in den Bergen, Meditation, ausgiebigem Tanzen sowie Besuchen von Kino, Theater oder Museen.
Mein Menschenbild
Es wurzelt in der humanistischen Psychologie, die den Menschen als autonomes Individuum in den Mittelpunkt stellt. Diese Strömung wurde ab den 1950er Jahren maßgeblich von Carl Rogers, Virginia Satir und Ruth Cohn (Straub, 2011, S. 16-1) geprägt. Demnach ist der Mensch ein sich selbst entfaltendes, komplexes Wesen, das fähig ist, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Er vermag sich selbst wahrzunehmen, Veränderungen zu steuern und ist grundsätzlich bereit, sich weiterzuentwickeln (Quitmann, 1996, S. 39).
Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch das Bedürfnis hat, mit seinem inneren Kern – dem, was seine Einzigartigkeit ausmacht – in Verbindung zu sein und sich darin entfalten zu können. Auch wenn äußere Umstände dieses Bedürfnis zeitweise überlagern, bleibt der „innere Motor“ erhalten. Wie sich dieser Ausdruck findet, ist individuell – manchmal vielleicht unverständlich oder ungewöhnlich aus meiner Sicht. Doch für den jeweiligen Menschen macht es Sinn und hat ihn bis zu diesem Punkt seines Lebens begleitet. Wie Quitmann betont: Der Mensch hat immer nur seine eigene Sicht der Welt, geprägt durch seine persönlichen Erfahrungen (1996, S. 65). Dies bestätigt mein Verständnis, dass Wirklichkeit subjektiv konstruiert wird – eine zentrale These des Konstruktivismus. Es gibt nicht die eine Realität, sondern vielmehr viele individuelle Wirklichkeiten. Wie Heinz von Foerster (Watzlawick, 2002, S. 40) formulierte: „Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.“
Gleichzeitig ist der Mensch auf Verbindungen angewiesen. Ich bin überzeugt, dass ein tiefes Bedürfnis nach sozialer Interaktion, Zugehörigkeit, Anerkennung und Wertschätzung zu einem erfüllten Leben gehört. Maturana und Varela beschreiben dies mit dem Begriff der Autopoiese: Der Mensch gestaltet sein Handeln biologisch in Koexistenz mit anderen (1987, S. 258). Der Mensch ist also zwar einzigartig und eigenständig, aber auf Resonanz angewiesen. Er steht in steter Interaktion mit seiner Umwelt – die sich je nach individueller Wahrnehmung, Erfahrung und Bewertung unterschiedlich darstellt. Dadurch ist der Mensch nicht statisch, sondern in Bewegung, im Fluss. In jedem Moment besteht die Möglichkeit, neue Resonanzen zu schaffen – und das Leben neu zu regulieren.
Durch meine Praxis der Meditation hat sich meine Sicht darauf vertieft, dass Resonanzen nicht nur in zwischenmenschlichen Beziehungen entstehen, sondern auch zwischen Mensch und Natur sowie im Dialog mit dem eigenen Körper stattfinden. Diese Erkenntnis hat mein Verständnis von
Ganzheitlichkeit erweitert: Körpersprache, Bewegung und alle aussersprachlichen Ebenen sind für mich ebenso bedeutungsvoll wie verbale Kommunikation. Die Verbindung zur Natur und zur inneren Körperwahrnehmung wird so zu einem integralen Bestandteil meiner Arbeit – nicht als Ergänzung, sondern als gleichwertige Dimension menschlicher Erfahrung.
Meine Haltung
Ich berate aus einer systemischen Haltung, die Menschen stets im Kontext ihrer Beziehungssysteme sieht – denn Nachhaltigkeit entsteht, wenn Einflüsse aus dem Umfeld mitbedacht werden. Diese Perspektive entstand ab den 1950er Jahren an verschiedenen Orten parallel und wurde von zahlreichen Denkern geprägt (Von Schlippe und Schweitzer, 2016, S. 33). Zentral ist die Frage: «Wie wird etwas erkannt?» (Ebbecke-Nohlen, 2009, S. 29–30) – sie unterstreicht, dass Wirklichkeit subjektiv konstruiert ist und mehrere ahrnehmungsmöglichkeiten bestehen. Folgende systemische Merkmale prägen meine Haltung maßgeblich:
Nicht-Wissen: dadurch, dass es verschiedenen Möglichkeiten einer Wahrnehmung gibt, kann einzig und allein der zu beratende Mensch wissen, was passend für ihn ist. Ich kann nicht wissen, was das ist, und werde keine Ratschläge erteilen. Watzlawick (2002, S. 311) sagt dazu: „Wer erfasst hat, dass seine Welt seine eigene Erfindung ist, muss dies den Welten seiner Mitmenschen zubilligen.“ Dies lässt mich die Haltung des Nicht-Wissens vertrauensvoll verinnerlichen, denn wie kann ich schon wissen, wie die Wirklichkeit meines Gegenübers aussieht? Ich bin jedoch Expertin darin, die Menschen dahin zu begleiten, wo sie für sich entdecken können, was für sie passt und mit ihnen auf Entdeckungsreise gehen.
Mehrperspektivität: die verschiedenen Wahrnehmungen einer Situation bedingen, dass ich als
Beraterin offen bin für verschiedenen Perspektiven des Systems. Mir ist es ein Anliegen, diese
Perspektiven gemeinsam einzunehmen, zu beleuchten und entdecken. Dadurch wird es für die
Kundinnen und Kunden möglich, neue Inputs für eine Weiterentwicklung zu erhalten.
Neugier: um offen zu sein für verschiedene Perspektiven und aufgrund der Haltung des Nicht-Wissens bringe ich eine grosse Portion Neugier für die Welten und Ansichten meiner Kundinnen und Kunden mit.
Respekt & Wertschätzung: mit dem Wissen, dass die Menschen ein Bedürfnis nach Anerkennung, Wertschätzung und Zugehörigkeit haben, möchte ich ihnen auch mit dieser Haltung begegnen. Ihre Welten und Ansichten haben eine hohe Wichtigkeit und ihr Bedürfnis nach Vorankommen ist wertvoll. Deshalb behandle ich meine Kundinnen und Kunden respektvoll und auf gleicher Augenhöhe.
Ressourcenorientiert: Mein Bild, dass der Mensch sich von sich aus heraus selbst organisiert lässt mich auf seine vorhandenen und noch nicht entdeckten Ressourcen fokussieren. Für mich ist klar, dass jeder Mensch bereits alles in sich trägt, um sich selbst weiterentwickeln zu können. Gemeinsam begeben wir uns auf Spurensuche.
Neutralität: Dass ich in meinen Beratungen neutral bleibe und meine Hypothesen, Interpretationen immer wieder überprüfe und wenn nötig loslassen kann, ist mir ein grosses Anliegen. Rolf Kuhn (März 2020) hat „drei Gebote der Neutralität“ benannt, die ich sehr bezeichnend finde und die mir helfen, mich immer wieder zu hinterfragen. Bei der “Beziehungsneutralität“ bleibe ich als Beraterin in einem System parteilos und lasse mich nicht instrumentalisieren. Mit der „Konstruktneutralität“ lasse ich mich auf die Konstruktionen der Teilnehmenden ein und nehme sie ernst. Ich erkenne dabei meine eigenen Konstruktionen und kann mich von denen lösen. Mit der „Veränderungsneutralität“ bin ich als Beraterin neutral einer Veränderung gegenüber eingestellt, sprich es muss sich nichts verändern beim Gegenüber, nur weil ich das gerne hätte. Er allein kann eine Veränderung vornehmen.
Meine Arbeitsweise
Nach der ersten Kontaktaufnahme vereinbaren wir ein Erstgespräch, in dem wir Anliegen, Ziele und den Auftrag klären. Dauer, Häufigkeit, Kosten und Format – festgehalten im schriftlichen Vertrag – werden dabei besprochen. Die Sitzungen finden in Zürich an der Oberdorfstrasse 16e, 8001, statt; Coachings sind auch online oder als Spaziergang in der Natur möglich.
Ich arbeite lösungsorientiert und raumöffnend: Statt Problemanalyse begleite ich mit der Haltung des Nicht-Wissens, um Entdeckungsprozesse zu ermöglichen. Ich gehe davon aus, dass Lösungen bereits vorhanden sind und wertschätzend wiederzugewinnen sind (Hänseler, Januar 2020, S. 18). Meine Empathie ermöglicht mir eine tiefe, individuelle Begleitung aus der Lebenswelt der Klient:innen heraus. Geduld und Ruhe schaffen dabei einen vertrauensvollen Rahmen für nachhaltige Veränderungen.
Raumöffnend bedeutet: Ich gestalte meine Beratung so, dass Kundinnen und Kunden sich gehört und gesehen fühlen. Diese Sicherheit ermöglicht es ihnen, ihre Themen in ihrem eigenen Tempo zu erkunden. Emotionen haben Platz – ich trage sie mit und halte sie aus. Ich übernehme die
Verantwortung, auch schwierige Bereiche gemeinsam zu beleuchten und Perspektivenwechsel zu ermöglichen. Meine Aufgabe: Kundinnen und Kunden in ihrer Selbstorganisation aktivieren, stärken, unterstützen – und wenn nötig, produktiv irritieren. Ich arbeite transparent. Ich mache meine Überlegungen sichtbar, damit mein Gegenüber alle Informationen hat, um eigenständig zu
entscheiden und zu reflektieren. Das stärkt die Selbstwirksamkeit und schafft Begegnung auf
Augenhöhe.
Da es verschiedene Räume gibt und es auch immer wieder sehr individuell ist, an welchem Punkt sich mein Gegenüber befindet, orientiere ich mich an einem Modell von Rolf Kuhn (März 2020) welches verschiedene Räume benennt und verschiedene mögliche Prozesse aufzeigt. Dieses Modell ist hilfreich, um zu erkennen, wo wir uns aktuell gerade im Prozess befinden und welche weiteren Möglichkeiten daraus entstehen können.
Das Modell nach Rolf Kuhn mit dem „Erkundungsraum, Möglichkeitsraum und Gestaltungsraum“.

Abbilung: Modell der verschiedenen Prozessräumen/ Quelle: Kuhn, R. (2014, S. 40)
Damit meine Kundinnen und Kunden sich ganz auf ihre Prozesse einlassen können, biete ich
gleichzeitig zu der Raumöffnung einen Rahmen und eine klare Struktur inklusive dem Zeitmanagement an.
Methoden
Ich arbeite mit systemischen und lösungsorientierten Methoden. Dies beinhaltet zum Beispiel der
gezielte Einsatz von verschiedenen Fragetechniken wie hypothetisches Fragen, zirkuläres Fragen oder Skalierungen und generell mit «wie, was, mit wem, wann und wo»-Fragen. Ich arbeite mit
Möglichkeitsformen, der Bildersprache und Visionen. Ich frage nach Ressourcen, also nach dem, was bereits funktioniert und versuche diese Bereiche zu stärken. Wenn wir sprachlich nicht weiterkommen, biete ich auch gerne die Hypnose als Methode an. Die Ebene, in der unser Geist dem Unterbewusstsein die Führung überlässt, kann öffnend wirken für neue Erkenntnisse und Möglichkeiten.
Als Tanz- und Bewegungstherapeutin und Yogalehrerin nutze ich den «sprachlosen Raum» nach
Richter (2011, S. 72-74) als zusätzliches Instrument. Richter zeigt: Menschen speichern bestimmte
Erfahrungen nichtsprachlich ab – sie lassen sich nicht kognitiv abrufen, sondern manifestieren sich körperlich und öffnen sich über den Körper. Dieses Wissen integriere ich, indem ich Körpersprache wahrnehme und diese Wahrnehmungen den Kundinnen und Kunden zur Verfügung stelle. Ich beziehe den Raum mit seinen Materialien in die Gestaltung ein und arbeite mit Symbolen, Atem- und Achtsamkeitsübungen.
Der Hintergrund: Unser Gehirn ist nicht immer Auslöser für Körperreaktionen – es funktioniert auch umgekehrt. Der Psychologe Wolfgang Tschacher (Storch et al., 2017, S. 15) beschreibt dies im Konzept des Embodiments: Geist und Gehirn stehen immer im Kontext mit dem Körper, und dieses Konstrukt interagiert kontinuierlich mit der Umwelt. Diese Theorie ist das Fundament meiner Arbeit. Sie belegt: Durch die Einbindung der Körpersprache lassen sich Veränderungen und Erfahrungen gezielt auslösen.
Methoden setze ich ein, nachdem ich deren Wirksamkeit reflektiert habe. Dabei gehe ich individuell und kreativ vor, mit dem Ziel, neue Möglichkeiten und Perspektiven zu eröffnen. Wenn Methoden oder Interventionen nicht greifen, biete ich Alternativen an und bleibe flexibel bei den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden. Falls Interesse vorhanden ist, kann eine Beratung auch im Freien und der Natur geschehen.
Qualitätssicherung
Bei länger dauernden Prozessen führe ich regelmässige Zwischenevaluationen durch, um sicher zu gehen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Ein Auftrag kann sich in einem Verlauf verändern und angepasst werden. In den einzelnen Sitzungen hole ich mir Feedback ein, weil ich im Anschluss daran meine Interventionen und Methoden reflektiere. Zum Abschluss eines Prozesses findet ebenfalls eine Gesamtevaluation statt, dies wird vertraglich festgehalten.
Diese Evaluationen und die Teilnahme an einer Intervisionsgruppe sind für mich selbstverständlich und dienen meiner Qualitätsüberprüfung. Als Mitglied des bso verpflichte ich mich, dessen Reglement zur Qualitätssicherung und -entwicklung einzuhalten. Darin sind klare Vorgaben über das Beratungskonzept, dem Kontraktverfahren, der Evaluation, der Reflexion und den Weiterbildungen vorhanden, die zur Ausübung als Supervisorin, Coach und Mediatorin bso erfüllt werden müssen.
Literatur
Ebbecke-Nohlen, A. (2009). Einführung in die systemische Supervision. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme.
Hänseler, M. (Januar/Februar 2020). Skript. Einführung in Lösungsfokussierung. Herkunft, Leitlinien, Interventionen und Theoriehintergrund. DAS Supervision, Coaching und Mediation. 2019– ZHAW Zürich.
Kuhn, R. (März 2020). Unterlage. Mögliche Veränderungen in einer Beratung. DAS Supervision,
Coaching und Mediation 2019–2021. ZHAW Zürich.
Kuhn, R. (2014). Das Glück der siebenten Welle – Reflexionen zum Nutzen und Sinn in Beratungen. In Melter, I., Kanelutti-Chilas, E. & Stifter, W. (Hrsg.), Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung
III. Wirkung – Nutzen – Sinn. [PDF]. Bielefeld: Bertelsmann.
Quitmann, H. (1996). Humanistische Psychologie. Psychologie, Philosophie, Organisationsentwicklung (3. Aufl.). Göttingen; Bern; Toronto; Seattle: Hogrefe, Verl. für Psychologie.
Storch, M. & Cantieni, B. & Hüther, G. & Tschacher, W. (2017). Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen (3. Aufl.). Bern: Hogrefe Verlag.
Straub, J. (2012). Der sich selbst verwirklichende Mensch. Über den Humanismus der humanistischen Psychologie. In, Der Mensch im Netz der Kulturen. Humanismus in der Epoche der Globalisierung, Band 12. [PDF] Bielefeld: transcript Verlag.
Von Schlippe, A. & Schweitzer, J. (2016). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I. Das
Grundlagenwissen. (3. Aufl.). [PDF]. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Watzlawick, P. (2002). Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben. Beiträge zum Konstruktivismus (15. Aufl.). München: Piper Verlag.
Quellen aus dem Internet
BSO Berufsverband für Supervision, Coaching und Mediation. Ethikrichtlinien
